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Hunderassen

Rund 356 Hunderassen sind offiziell anerkannt. Die eigentliche Frage ist trotzdem eine kleine: Welcher Hund passt in dein Leben? Nicht am Sonntagsspaziergang, sondern an einem ganz normalen Dienstag.

In jedem unserer Porträts findest du dieselben Angaben. Größe, Gewicht, Lebenserwartung, FCI-Gruppe, Bewegungsbedarf, typische Krankheiten und die Ernährungsbesonderheiten, die im Alltag wirklich etwas ändern. Dazu eine ehrliche Einschätzung, für wen die Rasse taugt und für wen eher nicht.

Wie viele Hunderassen gibt es?

Die FCI führt 356 anerkannte Rassestandards, Stand August 2023.

Andere Verbände zählen anders. Der amerikanische Kennel Club kommt sogar auf gut 200, der britische auf rund 220. Jeder Verband hat seine eigenen Kriterien.

Dazu kommen Landschläge, regionale Arbeitslinien und Kreuzungen wie der Cavapoo oder Maltipoo, die offiziell keine Rassen sind, im Alltag aber längst wie welche behandelt werden. Wer nach der Zahl fragt, bekommt je nach Quelle eine völlig andere. Keine davon ist falsch.

Die zehn FCI-Gruppen

Die FCI sortiert alle Rassen nach Abstammung und ursprünglicher Aufgabe. Das klingt nach Verwaltung, ist aber die beste Abkürzung, die es beim Rassevergleich gibt: Wozu ein Hund gezüchtet wurde, erklärt fast immer, was er heute im Wohnzimmer tut.

Gruppe Ursprüngliche Aufgabe Beispiele bei uns
1: Hüte- und Treibhunde Herden zusammenhalten Australian Shepherd, Border Collie, Deutscher Schäferhund
2: Pinscher, Schnauzer, Molosser, Sennenhunde Bewachen, schützen, ziehen Cane Corso, Rottweiler, Berner Sennenhund
3: Terrier Raubwild im Bau stellen Jack Russell, Yorkshire Terrier, Westie
4: Dachshunde Jagd unter der Erde Dackel
5: Spitze und Urtyp Bewachen, ziehen, jagen Siberian Husky, Shiba Inu, Eurasier
6: Lauf- und Schweißhunde Wild über lange Strecken verfolgen Beagle
7: Vorstehhunde Wild anzeigen und verharren Weimaraner
8: Apportier- und Wasserhunde Wild bringen, auch aus dem Wasser Labrador, Golden Retriever, Cocker Spaniel
9: Gesellschafts- und Begleithunde Zusammenleben mit dem Menschen Französische Bulldogge, Malteser, Pudel
10: Windhunde Wild auf Sicht hetzen Greyhound, Whippet, Saluki

Ein Beispiel, wie viel das erklärt: Gruppe 1 wurde über Jahrhunderte darauf selektiert, sich an einer Aufgabe zu orientieren. Genau deshalb lernen Hütehunde schnell. Und genau deshalb erfinden sie sich eine Aufgabe, wenn ihnen niemand eine gibt.

Klein, mittelgroß oder groß?

Die Größe sagt wenig über den Charakter, aber fast alles über den Alltag: Futtermenge, Tierarztkosten, Platz im Auto, Gelenkbelastung, Lebenserwartung.

Als grobe Einteilung gilt:

  • Klein bis etwa 40 cm Schulterhöhe und unter 10 kg. Lebt im Schnitt deutlich länger als große Rassen.
  • Mittelgroß bis rund 60 cm und etwa 25 kg. Für viele Haushalte der beste Kompromiss, weil noch handlich im Auto und ausdauernd genug für lange Touren. Australian Shepherd, Beagle und Cocker Spaniel fallen in diese Klasse.
  • Groß alles darüber. Braucht schon im Wachstum eine andere Fütterung, weil die Gelenke sonst zu schnell belastet werden.

Bei kleinen Rassen lohnt der zweite Blick: Ein Jack Russell wiegt um die sechs Kilogramm und hat den Antrieb eines Arbeitshundes.

Welche Hunderasse passt zu dir?

Die ehrlichste Antwort ist unbequem. Fang nicht bei der Rasse an, sondern bei deiner Woche. Wie lange bist du täglich weg? Wie viel Bewegung schaffst du selbst? Und was passiert, wenn der Hund drei Jahre lang um sechs Uhr wach ist?

Wenn das steht, wird die Auswahl plötzlich klein.

Für Anfänger

Anfängergeeignet heißt nicht anspruchslos, sondern fehlerverzeihend. Ein Golden Retriever steckt eine unrunde erste Erziehungsphase besser weg als ein Shiba Inu, der Entscheidungen lieber selbst trifft.

Für Familien

Kinderfreundlichkeit ist keine Rasseeigenschaft, sondern das Ergebnis aus Wesen, Sozialisation und klaren Regeln im Haushalt. Rassen mit ruhiger Grundstimmung machen es leichter, deshalb stehen Labrador und Berner Sennenhund so oft weit oben. Entscheidend bleibt der einzelne Hund.

Für Wohnung und Stadt

Hier zählt nicht die Körpergröße, sondern die Fähigkeit abzuschalten. Ein Shih Tzu kommt mit 60 Quadratmetern zurecht, ein Malinois auch, aber nur wenn der Rest des Tages stimmt.

Für Allergiker

Komplett hypoallergene Hunde gibt es nicht, das Allergen sitzt im Speichel und in den Hautschuppen. Es gibt aber Rassen, die kaum haaren und dadurch weniger davon in der Wohnung verteilen.

Für Sportliche

Hütehunde und viele Jagdhundrassen sind für Ausdauer gebaut. Rassen mit sehr kurzer Schnauze nicht, weil ihre Atmung bei Belastung und Wärme schnell an die Grenze kommt.

Die beliebtesten Hunderassen in Deutschland

An der Spitze steht seit Jahrzehnten derselbe Hund. 2025 wurden in Vereinen des VDH insgesamt 55.053 Welpen eingetragen.

# Rasse Welpen 2025
1 Deutscher Schäferhund 6.374
2 Teckel 4.508
3 Labrador Retriever 2.401
4 Deutsch Drahthaar 2.215
5 Pudel 2.035
6 Golden Retriever 2.007
7 Rottweiler 1.376
8 Deutsch Kurzhaar 1.198
9 Kleiner Münsterländer 1.102
10 Boxer 1.050

Auffällig ist der hohe Anteil an Jagdhundrassen. Das liegt an der Statistik selbst: Jagdgebrauchshunde werden fast immer über einen Zuchtverein gezogen, weil Prüfungen und Papiere gebraucht werden.

Umgekehrt tauchen Trendrassen kaum auf. Für die Französische Bulldogge weist dieselbe Statistik 43 Welpen aus, für den Chihuahua 263. Beide sieht man im Stadtbild deutlich häufiger. Der Grund: Der VDH erfasst nur seine eigenen Mitgliedsvereine. Importe und Zucht außerhalb des Verbands stehen nirgends.

Warum die Rasse nur die halbe Antwort ist

Eine Rasse beschreibt eine Wahrscheinlichkeit, keine Garantie.

Zwischen einer Arbeitslinie und einer Showlinie derselben Rasse liegen oft Welten. Zwei Wurfgeschwister können im Wesen weiter auseinanderliegen als zwei Hunde verschiedener Rassen. Dazu kommen Prägung, Sozialisation und die Frage, ob der Hund in seinen ersten Wochen gute Erfahrungen gemacht hat.

Deshalb steht in unseren Porträts das, was dokumentiert ist. Nicht das, was gut klingt. Ein Halter, der sich auf ein Rasseversprechen verlassen hat, ist der häufigste Grund, warum ein Hund später wieder abgegeben wird.

FAQ
Häufige Fragen zu Hunderassen
Was sind die Top 10 Hunderassen?▼
Siehe Tabelle oben. Gemessen an eingetragenen Welpen 2025 führt der Deutscher Schäferhund mit 6.374 vor dem Teckel mit 4.508 und dem Labrador mit 2.401.
Was sind die 20 beliebtesten Hunderassen?▼
Nach den ersten zehn folgen unter anderem Border Collie (1.000), Dalmatiner (996), Malinois (884), Shetland Sheepdog (790), Zwergschnauzer (579), Berner Sennenhund (539), Havaneser (530), Hovawart (521), Australian Shepherd (493) und Riesenschnauzer (427). Ab Platz zehn wird der Abstand klein, deshalb ändert sich die Reihenfolge hier jährlich.
Was sind die 50 beliebtesten Hunderassen?▼
Eine amtliche Top 50 gibt es nicht. Die VDH-Welpenstatistik führt aber über 300 Rassen mit exakten Zahlen. Die ersten zehn machen rund 44 Prozent aller Welpen aus, der Rest verteilt sich auf Rassen mit teils weniger als 50 Welpen im Jahr.
Welche Hunderassen gibt es von A bis Z?▼
356 anerkannte Rassen, vom Affenpinscher bis zum Zwergspitz. Unsere Übersicht oben ist kleiner, dafür ausführlicher: Statt einer Namensliste bekommst du zu jeder Rasse einen Steckbrief, eine Einschätzung zur Haltung und Hinweise zur Fütterung.

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